Herford

Schierenbeke, Bereich „Tannenhöhe“ im NSG: Bachoffenlegung, neuer Verlauf in neuer Aue, Altlastenentsorgung, Furt, größerer Straßendurchlass, Sohlgleite

Kommune:
Kreis Herford, in der Gemeinde Rödinghausen im Bereich der Straße „Tannenhöhe“ im NSG Schierenbeke

Gewässer:
Schierenbeke, Gewässersystem Große Aue, Gewässerkennzahl (GWK) 476.112 mit der Gewässerstationierung 1+370 – 1+550

Art der Maßnahme:

Offenlegung vom verrohrten Mittelgebirgsbach und Modellierung einer schmalen Primär- und Sekundäraue. Herstellung eines leicht geschwungenen Gewässerlaufes mit flachem Bachbett mitten durch den neuen Talkorridor. Die zuvor in einer Betonrohrleitung strömende Schierenbeke konnte im Querungsbereich eines Wirtschaftsweges durch den Bau einer Furt umgestaltet werden. Bei der neuen Linienführung kommt es zur Umgehung eines zuvor im Hauptschluss liegenden Teiches. In Analogie dazu wird auch die über viele Jahrzehnte unterirdisch durchströmte Altlast östlich vom Stillgewässer zukünftig nicht mehr unterquert. Stattdessen verläuft die renaturierte Schierenbeke nun weiter nordwestlich zwischen einem Bruchwald und dem Teich mit geringem Längsgefälle. Dabei stellt sich ein ökologisch wertvoller Wechsel der Wasserstände je nach Abflussregime der Schierenbeke ein und das auf insgesamt erhöhtem Bachsohlniveau.

Weiter talwärts wurde zunächst eine Sekundäraue modelliert und geschwungener Bachabschnitt mit knapp 1,5 % Gefälle angelegt, um höhenmäßig weit genug unter der querenden Straße „Tannenhöhe“ zu gelangen. Schließlich wurde im Zuge der WWE-Baumaßnahme ein größer dimensionierter und somit ökologisch längsdurchgängiger Stahlbetonrahmendurchlass durch eine Tiefbaufirma eingebaut. Zuvor strömte das Bachwasser ab dem Teichdurchfluss durch eine 65 m lange Betonrohrleitung (DN 800). Nach erfolgter Umleitung des Bachwassers durch den renaturierten Gewässerlauf erfolgte sodann die Verdämmung der im Untergrund verbliebenen Betonrohrleitung. Das war in doppelter Hinsicht von Vorteil, da die über der Leitung befindliche Altlast für immer eingekapselt werden konnte und seitdem keine Schadstoffe mehr entweichen können.

Im östlichen Areal befindet sich ein sog. altlastverdächtiger Standort. Gestörte Bodenhorizonte wurden innerhalb einer durchschnittlich 12 m breiten Primäraue bis runter auf natürlich gewachsene und somit unbelastete Bodenschichten ausgekoffert, selektiert und das anfallende Fremdmaterial fachgerecht entsorgt. Anschließend erfolgte der Wiedereinbau vom unbelasteten Aushubboden aus dem westlichen Baufeld bis zur anvisierten Endhöhe einer schmalen Primäraue. In diesem Entwicklungskorridor begann anschließend die Modellierung eines geschwungenen Bachlaufes, um das sehr hohe Längsgefälle (zwischen Anfangs- und Endpunkt) durch eine verlängerte Laufstrecke zu kompensieren.

Bei diesem sehr anspruchsvollem Bauvorhaben standen von Beginn an alle Beteiligten von der Bezirksregierung Detmold, dem Kreis Herford (untere Landschafts-, Wasser- und Abwasserbehörde), der Gemeinde Rödinghausen und der Biologischen Station zusammen mit dem beauftragten Bauingenieur vom WWE-Projekt in sehr engem Austausch. Durch die über viele Monate laufende Baumaßnahme mussten auch die Mitarbeiter vom Beschäftigungsträger Maßarbeit (Evangelische Stiftung e.V.) stets ein hohes Maß an Motivation und Durchhaltevermögen bei der Umsetzung dieser vielen genau aufeinander abgestimmten Einzelmaßnahmen im großen Baufeld aufbringen.

Durchführung:
12.01 – 21.02.2017, 05.04.2018 – 21.11.2018 und 07.03.2019 – 05.07.2019

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 01Bild 1 (Februar 2020): Die Schierenbeke schlängelt sich harmonisch zwischen dem Bruchwald (links) und dem Teich (rechts) durch die neu gestaltete Talung. Dabei beläuft sich das Längsgefälle in diesem Abschnitt auf lediglich 0,2 %. So ist es möglich, dass der Wasserstand vom Bach mit denen der beiden Stillgewässer eng korreliert und zu einer ausreichenden und dauerhaften Vernässung führt.

Einleitung:

Westlich der Straße „Tannenhöhe“ erstreckt sich das Naturschutzgebiet „Schierenbeke“, das neben dem namensgebenden Bach aus einem Teich als auch artenreichen Wald- und Offenlandbiotopen mit unterschiedlichen Feuchtegradienten besteht.

Die Schierenbeke ist der größte Zulauf der Großen Aue im Kreisgebiet Herford. Bei einer Lauflänge von etwa 2,5 km verläuft das Fließgewässer vornehmlich von Westen nach Osten. Südwestlich vom Plangebiet begleitet ein typischer Galeriewald, bestehend aus Schwarzerlen und vereinzelten Gemeinen Eschen den Bachlauf. Dabei schlängelt sich die Schierenbeke harmonisch in einem geschwungenen Verlauf durch den von der natürlichen Geländetopographie her vorgegebenen Talraum. Das Fließgewässer entspricht nahezu dem natürlichen Zustand und kann durchaus als Referenzgewässer für typische Mittelgebirgsbäche im Landschaftsraum Ostwestfalens geführt werden. Die Talbreite variiert je nach anstehendem Untergrund, wobei sich im Oberlauf ein typisches Kerbtal ausgebildet hat, das talwärts allmählich in ein Muldenkerbtal mit zunehmender Breitenvarianz übergeht.

Ab Gew.-Stat. 1+530 strömt der Mittelgebirgsbach plötzlich unterirdisch durch eine Betonrohrleitung (DN 800), die diagonal unter einem Wirtschaftsweg verläuft. Nach Norden schließt sich ein Bruchwald an, der ein seicht durchströmtes Überlaufgerinne zum östlich angrenzenden Teich aufweist. Auf rund 40 lfd. m strömt das Bachwasser unterirdisch, ehe es in den stehenden Wasserkörper vom Teich übergeht. Etwa 20 m nordöstlich existiert ein Mönchbauwerk, wo das Wasser rund 3,60 m in die Tiefe fällt und erneut auf etwa 65 lfd. m unterirdisch abfließt. Erst bei Gewässerstation 1+370 verläuft die Schierenbeke wieder oberirdisch.

Diesbezüglich ist es erstaunlich, dass dieser aus gewässerökologischer Sicht gesehen extrem schlechter Gewässerzustand sich innerhalb des Naturschutzgebietes „Schierenbeke“ befindet. Lange verrohrte Bachabschnitte und der Teich im Hauptschluss führen zu erheblichen Beeinträchtigungen im Biotop „Bach“. Mit der Durchströmung vom Teich ändert sich die Wasserqualität abrupt. Es kommt plötzlich zu einem abnehmendem Sauerstoffgehalt und eines abrupten Temperaturanstieges. Daneben werden die Längsdurchgängigkeit für Bachorganismen und der für typische Mittelgebirgsbäche erforderliche Geschiebetransport vollends unterbunden. Der permanente Eintrag von mineralischen und organischen Substanzen - ausgehend von der Schierenbeke - hat zudem den Verlandungsprozess im Teich derart verstärkt, dass die durchschnittliche Wassertiefe mittlerweile weniger als 20 cm beträgt.

Eine typische Niederung mit natürlichem Talgefälle ist nicht mehr vorhanden, da das plateauartige Areal östlich vom Teich ein Gegengefälle mit signifikantem Geländeanstieg Richtung Osten bzw. der Straße aufweist. Der Grund für diesen erheblich anthropogen veränderten Talraum liegt an der Tatsache, dass sich in diesem Areal eine Altlast befindet. Bis in die 60er Jahre hinein existierte hier noch ein weiterer, etwas kleinerer Teich, südwestlich vom bestehenden. Dieser als auch das seinerzeit merklich tiefer liegende Gelände wurden in den darauffolgenden Jahren mit Bauschutt und anderen Fremdkörpern verfüllt. Für die Überdeckung diente eine etwa 0,50 m mächtige Schicht aus reinem Lehmboden. Angesichts dieser vom Menschen erheblich veränderten Geländetopographie hat sich im Laufe der Zeit aus einem vormaligen Auenwald sukzessive ein von der Artenzusammensetzung her ähnlich strukturierter Bruchwald entwickelt.

Lediglich südöstlich der asphaltierten Straße „Tannenhöhe“ lässt sich anhand eines noch weitgehend unberührten Areals von etwa 200 m² erahnen, welches ursprüngliche Geländeniveau existierte. Das Auenrelikt liegt knapp 3 m tiefer als das unmittelbar westlich der Straße anstehende Gelände. In dessen Peripherie wurden seinerzeit ebenfalls große Mengen an Bauschutt und anderen Fremdkörpern in der früheren Talung nördlich der Schierenbeke abgelagert und übererdet. Mittlerweile hat sich hier ein etwa 50jähriger, recht artenarmer homogener Erlenmischwald mit Brennesselfluren etabliert.

Im Unterwasser der langen Bachverrohrung (DN 800) strömt die Schierenbeke in einem gestreckten Verlauf talwärts. Angesichts des Geschiebedefizits (Teich im Hauptschluss) hat sich die Gewässersohle mittlerweile tief in den Untergrund eingeschnitten. Der Mittelgebirgsbach liegt hier inzwischen mehr als 2,50 m unter Geländeniveau. Letztendlich resultiert ein Gefälleunterschied von 5,10 m zwischen Anfangs- und Endpunkt (Beginn OW der ersten Bachverrohrung bis 50 m östlich vom UW der zweiten Bachverrohrung). Das Gewässerprofil ist in diesem offenen Abschnitt sehr kompakt ausgebildet. Bei erhöhten Abflüssen bewegt sich ein sog. Hochwasserschlauch schnell talwärts und es ergeben sich keine ökologisch wertvolle Ausuferungen in die überformte Niederung. Stattdessen kommt es talwärts in bebauten Gewässerabschnitten verstärkt zu Überschwemmungen mit entsprechenden volkswirtschaftlichen Schäden.

Parallel vom Bach befinden sich mächtige Betonfundamente, in die seinerzeit eine Stahlkonstruktion vermutlich mit Stahlseilen zur Beförderung von Material verankert war. Konkrete Hinweise zu der früheren Nutzungsform lagen dem Bearbeiter nicht vor. Nahezu flächendeckend liegen z.T. große Betonelemente und Abbruchmaterial als auch sonstige Fremdkörper verstreut in der einstigen Niederung.

Für die nachfolgende Gesamtplanung war eine Grundlagenermittlung bezüglich der Altlast ganz entscheidend. Schließlich lagen konkrete Hinweise zur genauen Lage und zum Vorhandensein bestimmter Schadstoffe nebst deren Konzentration zu Beginn der ersten Überlegungen nicht vor. Darüber hinaus war es notwendig weitere Kenntnisse zu den weiteren mehr oder weniger stark veränderten Flächen im Umfeld zu erhalten. Schließlich sind derartige Grundlagen ganz entscheidend für die Festlegung der Linienführung vom neu zu gestaltenden Bachlauf.

Neben der geplanten Gewässerverlegung ist der Einbau eines größer dimensionierten und ökologisch durchgängigen Straßendurchlasses beabsichtigt. Der neue Querungsbereich der Straße „Tannenhöhe“ liegt etwa 20 m nördlich der verrohrten und tief im Gelände liegenden Bachtrasse (DN 800). Für das externe Bauvorhaben als ein Bestandteil der Gesamtmaßnahme wurde ein fachlich versiertes Ingenieurbüro mit den Leistungsphasen 1-9 beauftragt. Der beauftragte Fachplaner als auch die den Zuschlag erhaltende Tiefbaufirma tauschten sich stets sehr eng mit den zuständigen Personen vom WWE-Projekt im Planungs- und Ausführungsprozess aus.

Mitunter ist darauf hinzuweisen, dass eine Einleitungsstelle für vorgeklärtes Schmutzwasser aus einem kleinen Klärteich (südlich gelegenes Wohnhaus) in einen gemauerten Schacht westlich der Straße gibt. Ferner befindet sich auf dem 65 m langen Abschnitt noch einen Revisionsschacht auf halber Strecke in Richtung Mönch, d.h. weiter Bach aufwärts.

Zur Erkundung möglicher Schadstoffe wurden im Vorfeld mehrere Schürfe westlich und östlich der Straße „Tannenhöhe“ getätigt. Bei dem Aushubboden handelte es sich vornehmlich um größere Beimengungen von Bauschutt mit kleinräumig angereichertem sonstigem Fremdmaterialien (v.a. Metall, Kunststoff und Glas). Die verunreinigten Bodenhorizonte wiesen eine durchschnittliche Mächtigkeit von etwa 1,20 m auf. Anhand entnommener Mischproben hat ein beauftragtes Labor für Bodenanalytik eine hohe Schadstoffkonzentration - wie schon angenommen - im Kerngebiet der Altlast, d.h. südöstlich vom Teich festgestellt. Geringe bis keine Belastungen lagen dagegen in der Peripherie und östlich der Straße vor.

Anhand dieser Ergebnisse war allen Beteiligten bewusst, dass eine zwischenzeitig favorisierte Variante „Bachtrasse südöstlich vom Teich“ nicht weiter verfolgt werden konnte.

Stattdessen konzentrierte sich der planende Landschaftsarchitekt von nun an auf die besonders anspruchsvolle Trassenvariante (hoher Schwierigkeitsgrad) nordwestlich vom Teich. Dieser ohnehin extrem schmale Suchkorridor liegt unmittelbar zwischen Teich und westlich angrenzendem Bruchwald. Die planerische Herausforderung bestand darin, ein Fließgewässer mit natürlichem Längsgefälle zwischen zwei Stillgewässern (Ausspiegelung der Wasserlagen) räumlich einzubinden. Dabei galt es einen neuen Bachabschnitt (ca. 40 lfd. m) mit möglichst geringem Längsgefälle (annähernd Nullgefälle) zwischen den beiden Stillgewässern zu etablieren. Schließlich sollten der Teich als auch der Bruchwald auf keinen Fall durch die nun tangierende Schierenbeke entwässert werden.

Es erfolgten weitere Geländeerhebungen mit detaillierter Erfassung der Topographie als auch der Bodeneigenschaften und vorgefundenen Pflanzen vom angrenzenden Teich und Bruchwald.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung karte.2Abb. 1: Ausschnitt aus der Genehmigungsplanung (ohne Darstellung weiterer Varianten für die Linienführung der Schierenbeke und sonstigen Planwerken)

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 02Bild 2 (November 2017): Blick talwärts auf den Beginn (OW/ Oberwasser) der obersten ca. 40 m langen Bachverrohrung (DN 800), die diagonal unter einem Wirtschaftsweg verläuft. Links schließt sich der Bruchwald an und in der Bildmitte stocken zwei mächtige Stieleichen auf einer flachen Geländeanhöhe.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 03Bild 3 (November 2017): Die obere Gewässerverrohrung endet hier (links unten im Bild) und das strömende Wasser vereinigt sich mit stehenden Wasserkörper vom Durchflussteich. Überschüssiges Wasser wird über einen Mönch (im Bild Mitte rechts) abgeführt. Dahinter ragt der Revisionsschacht (grau) ca. 1 m heraus.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 04Bild 4 (November 2017), Blick in den Revisionsschacht: Das Bachwasser strömt tief im Untergrund durch einen kompakten Kanal, wie es für die Abführung von Regen- und/ oder Abwasser typisch ist.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 05Bild 5 (November 2017): Blick gegen die Fließrichtung auf die wieder oberirdisch strömende Schierenbeke unterhalb der etwa 65 m langen Betonverrohrung (DN 800). Das kleine Areal südöstlich der Straße (linke hintere Bildmitte) kann durchaus höhenmäßig als Auenrelikt bezeichnet werden. Insgesamt vier massive Fundamente sind mittlerweile durch das Bachwasser freigespült. 

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 06Bild 6 (Oktober 2017): Im Umfeld vom Teich als auch östlich der Straße erfolgten mehrere Bodenschürfe mit anschließender Analyse. Links vom Teich liegen die höchsten Schadstoffbelastungen vor, so dass hier der Kern der Altlast klar lokalisiert werden konnte. Die Mischprobe aus dem Querschlag im Bildvordergrund wies dagegen keine Verunreinigungen auf, so dass der geplante Bodenaushub vor Ort Wiederverwendung fand. 

Ziel und Umsetzung der Maßnahme:

Hauptziel der fachübergreifenden wasserbaulichen Maßnahme ist die Offenlegung und Neutrassierung der Schierenbeke. Geplant ist die Modellierung eines neuen leicht geschwungenen, schmalen Auenkorridors mit einer durchschnittlichen Gesamtbreite von etwa 12 m. Dieser durchzieht einen vom Menschen z.T. erheblich veränderten Talraum. Durch die erzielte Laufverlängerung der von nun an oberirdisch strömenden Schierenbeke wird die Gefälledifferenz von 5,10 m kompensiert.

Für die Bachorganismen der Schierenbeke ist die Unterquerung der Straße fortan in einem größer dimensionierten und ökologisch durchgängigen Rahmenprofil gewährleistet. Eigendynamische Entwicklungen sollen im vorgegebenen Entwicklungskorridor fortan möglich sein. Dabei ist anzunehmen, dass sich wieder auentypische Lebensgemeinschaften etablieren. Schließlich handelt es sich beim Ökosystem Fließgewässeraue um sehr dynamische und artenreiche Lebensgemeinschaften. Zugleich zählen diese zu den wertvollsten und gefährdetsten Ökosystemen in Mitteleuropa. Natürliche oder zumindest naturnahe Bachauen haben in besonderer Weise eine ausgleichende Wirkung auf den alles entscheidenden Klimafaktor „Wasser“. Bei lang anhaltenden Trockenphasen kommt es zur Zwischenspeicherung von Wasser und bei Hochwasser wird der Scheitel der Abflusswelle ganz entscheidend abgemildert.

Bei der umfangreichen Erdbaumaßnahme wird das Bauvorhaben in insgesamt drei große Bauabschnitte eingeteilt, die wiederum in kleine Zwischen- und Unter-Abschnitte je nach Witterung und Baufortschritt aufgegliedert sind. Allesamt sind zeitlich und räumlich derart eng aufeinander abgestimmt, so dass sie stets ineinander greifen und die Lokalität der Bautätigkeit im Gebiet des Öfteren wechselte. Mitunter spielte die langanhaltende Trockenheit im Sommer 2018 als auch 2019 eine ganz entscheidende Rolle beim Baufortschritt im ansonsten sehr nassen Areal zwischen Teich und Bruchwald. Dieses wäre in den Jahren zuvor mit Baumaschinen sicherlich nicht zu erreichen gewesen. Von großer Bedeutung ist zudem die Einrichtung einer stets einwandfreien und wechselnden Wasserhaltung. Auch die erhöhten Anforderungen an die Logistik für den anstehenden Materialtransport von benötigtem Baumaterial als auch zu entsorgendem Fremdmaterial. Eine geeignete Stelle konnte diesbezüglich im nördlichen Baufeld direkt neben der Straße genutzt werden. In diesem Zuge ist auch auf die besondere Herausforderung im Umgang mit belastetem (Z1) und unbelastetem Aushubboden (Z0) zu verweisen. Es mussten stets kleine Bodenmieten im Baufeld in geeigneter Größe positioniert werden. Schließlich hatten alle Beteiligten von Anfang an das gemeinsame Ziel, dass im unmittelbaren Umfeld der zu renaturierenden Schierenbeke keine Fremdkörper und belasteten Bodenhorizonte mehr existieren.

Der erste Bauabschnitt befindet sich östlich der Straße „Tannenhöhe“. Hier wurde ein etwa 12 m breiter Auenkorridor modelliert. Dabei musste Boden mit einer Aushubtiefe von durchschnittlich 2 m entnommen und eine ebene Talung mit ca. 2 % Talgefälle angelegt werden. Erfreulicherweise kam der natürlich anstehende Gleyboden zum Vorschein. Angesichts der verhältnismäßig engen Tallage (Muldenkerbtal) weisen die zukünftigen recht steilen Talböschungen eine Neigung von etwa 1:1 auf. Ansonsten wäre der Talgrund noch schmaler für einen geplanten, leicht geschwungenen Bachverlauf ausgefallen. Wenn das Baufeld noch weiter nach Norden ausgedehnt worden wäre, wären die Baukosten wesentlich höher ausgefallen und stünden in keinem Verhältnis mehr zur Gesamtmaßnahme.

Entscheidend war, dass der Bodenaushub bis runter auf natürlich gewachsene und somit unbelastete Bodenschichten erfolgt. Etwaige Fremdkörper wurden aus dem Aushubboden sodann selektiert und fachgerecht entsorgt. Auf dem Gelände der Altlast erfolgte sodann das Aufsetzen einer mächtigen Bodenmiete. Etwa 840 m³ Boden konnten durch eine beauftragte Tiefbaufirma zwischenzeitig fachgerecht entsorgt werden. Zudem fielen etwa 650 m³ (bzw. ca. 1.200 to.) Bauschutt, 30 m³ bituminöse Fremdkörper und 10 m³ sonstige Gewerbeabfälle an.

Nördlich vom Teich begann im zweiten Bauabschnitt die Modellierung einer Sekundäraue, um ein naturnahes Talgefälle (ca. 2 %) bis runter zur asphaltierten Straße zu erzielen. Schließlich misst der neue Straßendurchlass (Baulänge 8 m) eine Größe von 200 x 150 mm² (Breite x Höhe) bei entsprechender Überdeckung (mind. 50 cm für die Befahrbarkeit mit Schwerlastverkehr) und Sohlsubtrat (20 cm) auf der glatten Betonsohle. Der Aushubboden wies bis auf vereinzeltem Bauschutt keine weiteren Verunreinigungen auf. Folglich konnte dieser ohne zusätzliche Transportwege unmittelbar auf der gegenüberliegenden Straßenseite abgekippt und dem Wiedereinbau zugeführt werden. Die Planung sah die Modellierung einer Primäraue mit etwa 2 % Talgefälle vor. Zwischenzeitig lag die Talsohle mit anstehendem Gleyhorizont um durchschnittlich 0,70 m tiefer als die anvisierte Zielhöhe. Unbelasteter Aushubboden konnte entsprechend hoch eingebaut werden, der zugleich durch das Befahren mit den beiden kettenangetriebenen Baufahrzeugen einer lageweisen Verdichtung zugeführt wurde. So war es möglich, dass angesichts des Eigengewichtes von Boden in Kombination mit den darauffolgenden, lang ersehnten Niederschlägen der Grad der Verdichtung nach sieben Monaten Verweildauer annehmbar war.

Parallel dazu wurde in der Zwischenzeit die langanhaltende Trockenperiode im Sommer 2018 dazu genutzt, an zwei besonders heiklen Abschnitten bereits im Vorfeld tätig zu werden. Zum einen konnte am westlichen Teichufer der Einbau eines etwa 22 m langen Baumstammes erfolgen. Dieser fiel im Zuge der Baufeldräumung (Bild 5) an. Pflöcke als sog. Zangen, die schräg in den Untergrund getrieben wurden, fixieren den Stamm gegen einen möglichen Auftrieb. In Verbindung mit zu beiden Seiten vorgelagerten Faschinen fungiert das Gesamtkonstrukt als Widerlager mit Armierung (Faschinen) zwischen Teich und geplanten Bachlauf. Anschließend wurde das Bauwerk mit Erdaushub zu einer leichten Verwallung modelliert. Diese bildet sodann das westliche Teichufer respektive zukünftiges rechtes Bachufer (in Fließrichtung).

In gleicher Weise musste für die spätere Bachführung im südöstlichen Areal vom Bruchwald östlich der beiden mächtigen Stieleichen vorgegangen werden. Ein Graben musste bis runter auf den anstehenden Auen-Gley ausgekoffert werden. Schließlich lag hier eine von der Tragfähigkeit her ungeeignete Bodenschicht in Gestalt einer etwa 1,40 mächtigen Torfauflage über dem Gley-Horizont. Die abzutragende Schicht setzte sich aus morastig-organischem Boden zusammen, der bodenphysikalisch völlig ungeeignet war. Nachdem der etwa 1,60 m breite Graben mit Hilfe einer Langarmschaufel hergestellt war, musste unverzüglich mineralischer Aushubboden eingebaut und ausreichend verdichtet werden. Dabei konnte das von den Seiten her einströmende Wasser verdrängt werden und erdfeuchter Boden bleib als Trennschicht übrig. Letztendlich sollte zwischen zukünftigem Bachlauf und Bruchwald eine klare Trennung in Gestalt einer Art Sperrschicht entstehen, damit es zu keiner Entwässerung des Bruchwaldes kommt.

Im Anschluss daran begann der Einbau von insgesamt vier ca. 12-15 m langen Baumstämmen zu den Rändern hin. Seitlich der Stämme kam es ebenfalls zum Einbau etwaiger Faschinen. Auch hier wurde das Konstrukt anschließend mit mineralischem Aushubboden übererdet und zu einer flachen Verwallung geformt. Im südlich verbliebenen Kleinstareal mit morastigem Bodenkörper fand der Einbau von Faschinen mit maschineller Unterstützung statt. Der Bagger drückte die Faschinen tief in den morastigen „Brei“ hinein, so dass sich ähnlich einer Armierung eine gewisse Festigkeit einstellte. Schließlich ist in diesem speziell hergerichteten Kleinstareal die zukünftige Bachführung vorgesehen.

Zwischenzeitig erfolgte je nach Baufortschritt die zumeist maschinelle Modellierung eines neuen, leicht geschwungenen Bachlaufes mitten durch die zuvor hergestellte Primär- und Sekundäraue im westlichen als auch östlichen Areal. Das neue Gewässerbett misst eine durchschnittliche Breite von ca. 1,40 m und eine Tiefe von 0,20 m. Der leicht geschwungene Verlauf befindet sich inmitten vom modellierten schmalen Auenkorridor.

Ende November 2018 begann eine ansässige Tiefbaufirma mit dem Einbau eines ausreichend groß dimensionierten Stahlbetonrahmendurchlasses. Die Arbeiten konnten noch kurz vor Weihnachten erfolgreich abgeschlossen werden.

Für die Herstellung einer Furt im vormals verrohrten Bachabschnitt unter dem Wirtschaftsweg war es erforderlich, ein ausreichend breites und tiefes Planum auszukoffern. Der Bodenaushub reichte ebenfalls bis tief runter auf eine einigermaßen standfeste Bodenschicht, dem anstehendem Gley. Schließlich beinhaltet der Aufbau der Furt eine mächtige, doppellagige Schicht aus Wasserbausteinen mit eingestreutem Schotter. Denn nach Abschluss der Arbeiten muss die von nun an stets wassergesättigte Schicht im dann durchströmten Bereich des Baches den aufkommenden physikalischen Kräften beim Befahren mit etwaigen Maschinen entgegenstehen. Die Gesamtlänge der Furt belief sich auf etwa 18 m, wobei die Bachsohle bzw. der tiefste Punkt der Furt nur knapp 50 cm unter dem umliegenden Geländeniveau lag. So war es möglich, ein Wegelängsgefälle für durchfahrende Maschinen von bis zu 7 % einzuhalten. Schließlich galt es beim Durchfahren mit entsprechenden Fahrzeugen aus der Land- und Fortwirtschaft ein Aufsetzen mit Anbauten o.ä. gänzlich zu unterbinden.

Im östlichen Areal hat der planende Bauingenieur von Beginn an darauf hingewiesen, dass ein etwa 15 m langer Bachabschnitt mit Prallhang und am Bachufer stockenden Schwarzerlen an den neu zu gestaltenden Bachlauf angeschlossen werden sollte. Schließlich ist es aus gewässerökologischer Sicht stets von Vorteil, natürlich gewachsene Bachstrukturen – wenn möglich – in die Renaturierungsstrecke zu integrieren. Um den sich ergebenden Höhenunterschied von etwa 0,50 m zwischen Bachbett neu und alt zu kompensieren, fand der Einbau von Senkfaschinen statt. Diese wurden mit Pflöcken und Draht auf der tief eingeschnittenen Bachsohle fixiert und anschließend mit geeignetem Substrat (Tonmergel) eingeschlämmt. Fortan wird mitgeführtes Geschiebe und Feinmaterial aus der fließenden Welle ausgekämmt und fixiert.

Nachdem längere Bachabschnitte bereits renaturiert und inzwischen durchströmt waren, begannen die Vorbereitungen für die anstehende Verdämmung der 65 m langen Betonrohrleitung. Es wurde bereits darf hingewiesen, dass permanent Schadstoffe aus der Altlast durch Sickerwasser frei gesetzt und ausgespült werden. Für die Umwelt und Menschen resultiert daraus ein fortwährendes Risiko. Über die Bodenpassage gelangen die Schadstoffe zwischen die Stöße (Spalten) der Betonrohre hindurch und reichern das Bachwasser mit wassergefährdenden Stoffen an. So gelangten seit mehreren Jahrzehnten kontinuierlich giftige Substanzen in das Bachwasser, das letztendlich die Flüsse und Meere verunreinigte.

Eine kleine Bodenmiete wurde bereits mehr als ½ Jahr zuvor nahe des letzten Betonrohres der langen Bachverrohrung im UW positioniert. In der Zwischenzeit konnte sich der eingebaute Aushubboden in der neu geformten Primäraue weitgehend setzten. Das Bachwasser strömte inzwischen über die Furt talwärts zwischen Teich und Bruchwald zum neuen Straßendurchlass. Im UW erfolgte nach etwa 15 Fließmetern im neuen Gewässerprofil eine Wasserhaltung in Form von drei KG-Rohren (DIN 300). Parallel dazu musste Hangdruckwasser vom kleinen, ursprünglichen Auenareal um den ohnehin tief liegenden Auslaufbereich herumgeführt (KG-Rohr DN 100) werden. Für die Rohrverdämmung DN 800 wurde zunächst im untersten Betonrohr ein KG-Rohr (DN 50) auf der Betonsohle positioniert und dann eine Mauer aus Ziegeln und Beton hergestellt. Unter dem Rohrscheitel begann die Fixierung eines KG-Rohres (DN 100) mit 90° Bogen. Vor dem Einleiten mit Flüssigbeton mussten weitere 3 lfd. m mit lotrechter Ausrichtung an langen Pflöcken befestigt werden. Die Leitung fungiert ähnlich einem Schornstein zum späteren Entweichen des im Betonrohr (DN 800) vorhandenen Luftvolumens. Dieses entweicht naturgemäß während des Befüllens mit „Flüssigbeton“. Als Widerlager für die angreifenden Druckkräfte des Flüssigbetons mussten lange Pflöcke unmittelbar vor das bereits zugemauerte Betonrohr in den Untergrund getrieben werden. Ohne Unterbrechung strömten vor Einfüllen des Flüssigbetons kontinuierlich Kleinstmengen an Wasser aus dem kleinen KG-Rohr (DN 50). Obwohl der Teich nahezu trocken fiel, drückte Wasser durch die Wandung vom Mönchbauwerk und drang zudem zwischen den Stößen der Betonrohre ein. Ein Verschluss für die Einleitung vom vorgeklärten Schmutzwasser aus dem kleinen Klärteich erfolgte sodann im Schachtbauwerk nahe der Straße.

Alle zuvor beschriebenen Arbeiten mussten für den entscheidenden Tag der Rohrverdämmung passend fertig gestellt sein. Als der erste von insgesamt sechs Betonmischern (jeweils 6 m³ Füllmenge) der beauftragen Betonfirma eintraf, begann zeitgleich der Einbau von Boden im UW der bereits zugemauerten Betonrohrleitung. Zunächst wurde ein spezielles Fahrzeug mit Ausleger für eine lange mobile Rohrleitung ausgerichtet. Zwischen Straße und Einfüllschacht (östlichster Schacht mit SW-Einleitung) ergab sich eine Entfernung von etwa 15 m Luftlinie. Insgesamt transportierten sechs Betonmischer entsprechend geeigneten „Flüssigbeton“ (Produktbezeichnung Fümer S, besteht aus Zement, Flugasche und Wasser) der zum Verdämmen von alten Leitungen, Kellern und sonstigen Hohlkörpern eine breite Anwendung findet. Die Konsistenz ist sehr wässrig und der Erhärtungsprozess dauert bis zu einer Woche.

Während der Einleitung von „Flüssigbeton“ in den extra dafür vorgesehenen Schacht nahe der Straße, begann der Einbau der kompletten Bodenmiete in die zuvor tief liegende Senke. Dabei wurde der Boden zu einer neuen Talung mit geplantem Talgefälle von etwa 2 % völlig neu gestaltet. Erst nach der Einfüllmenge von 3 x 6 m³ begann der Flüssigbeton im Schacht allmählich an zu steigen. Das permanent nachlaufende Wasser aus dem Mönch konnte durch das Einbringen von weiterem „Flüssigbeton“ in Richtung Teichkörper zurückgedrängt werden. Dadurch konnte ein Vermischen der beiden von der Konsistenz her unterschiedlichen Gemische erfolgreich unterbunden werden.

Nachdem der eingefüllte Fümer S-Beton ausreichend ausgehärtet war, begann der komplette Rückbau vom Mönchbauwerk. Zudem konnte das Gelände im Bereich der beiden östlich vom Teich gelegenen Schächte einplaniert werden. Besonders wichtig war der Lückenschluss in der neuen Bachtrasse im Bereich der Rohrverdämmung. Sodann konnte das Bachwasser auf den merklich verlängerten Fließweg durch den leicht geschwungenen Gewässerlauf talwärts strömen. Im Unterwasser bzw. Anschluss an den vorhandenen talwärtigen Bachabschnitt im Osten unterbindet eine raue Sohlgleite neben der Optimierung der ökologischen Durchgängigkeit eine mögliche rückschreitende Sohlerosion im renaturierten, flachen Gewässerabschnitt.  

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 07Bild 7 (April 2018): Zu Beginn erfolgte das Freilegen und Zertrümmern mächtiger Betonelemente für den zu befüllenden Rollcontainer. 

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 08Bild 8 (Mai 2018): Blick in Richtung Westen gegen das Talgefälle auf den Aushub von zwischenzeitig angefülltem Boden nebst Fremdkörpern bis runter zum anstehenden Auengley. Mittlerweile wirkt die Schierenbeke (links im Bild) nicht mehr so tief eingeschnitten. 

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 09Bild 9 (Juni 2018): Blick in Richtung Norden auf die Entnahme von leicht verunreinigten Bodenhorizonten bis runter auf den „natürlich gewachsenen“ Untergrund. Das grob modellierte östliche Areal (rechts) wurde bereits zu einer Primäraue förmlich ausgeschält und das anfallende Fremdmaterial selektiert. 

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 10Bild 10 (Juni 2018): Blick auf den Lagerplatz nahe der Straße für das Abstellen von Mulden mit unterschiedlich anfallenden Fremdkörpern. Die Logistik hat stets sehr gut funktioniert. 

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 11Bild 11 Juli 2018): Westlich der Straße begann die Modellierung einer Sekundäraue nördlich vom Teich. Im Areal der Altlast wurde in der Zwischenzeit eine Längsmiete aufgesetzt. 

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 12Bild 12 (Juli 2018): Blick in Richtung Süden auf die Einbaustelle des ca. 22 m langen Erlenstammes für die Abgrenzung vom nordwestlichen Teichufer zum zukünftigen Bachbett. Auf der rechten Seite schließt sich der Bruchwald an.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 13Bild 13 (Juli 2018): Der eingebaute Stamm wurde seitlich mit Faschinen eingefasst und mit Pflöcken fixiert. Anschließend wurde das Konstrukt mit Boden überdeckt.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 14Bild 14 (August 2018): Blick auf das Baufeld östlich der Straße, wo die Primäraue bereits bis runter auf den natürlich anstehenden Auengley modelliert ist. Zwischenzeitig lag sie durchschnittlich 1,50 m unter Geländeniveau.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 15Bild 15 (August 2018): Abschnittsweise fiel sehr klüftiger Aushubboden an, der für die Modellierung des Auenkorridors ungeeignet war. Somit wurde dieser zu einer Längsmiete parallel der Schierenbeke für die spätere Bettverfüllung aufgesetzt.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 16Bild 16 (August 2018): Blick auf die herzustellende Zweitaue nördlich vom Teich bzw. westlich der Straße.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 17Bild 17 August 2018): Blick in Richtung Süden auf die Modellierung der Sekundäraue. Die zwischenzeitig aufgesetzte Längsmiete wurde bereits durch eine Tiefbaufirma abgetragen und fachgerecht entsorgt.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 18Bild 18 September 2018): Blick auf die Sekundäraue, die bis an die Straße „Tannenhöhe heranreicht. Der Bagger steht an der Stelle, wo der neue Straßendurchlass eingebaut werden soll.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 19Bild 19 September 2018): Blick von der Straße aus auf die Zweitaue nördlich vom Teich. 

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 20Bild 20 (September 2018): Blick in Richtung Norden auf den Einbau von unbelastetem Aushubboden aus dem nordwestlichen Areal. Die Pflöcke markieren die Endhöhe der neu zu gestaltenden Sekundäraue.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 21Bild 21 September 2018): Blick in die entgegengesetzte Richtung auf die Modellierung der Zweitaue mit durchschnittlichem Talgefälle von 2 %.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 22 Bild 22 August 2018): Blick auf das östliche Baufeld mit bereits eingebautem Z0 Boden und mehreren Erdmieten mit unterschiedlichem Bodengefüge und entsprechender Verwendung.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 23 Bild 23 (September 2018): Blick in den neu gestalteten Talraum mit zahlreichen Bodenmieten unterschiedlicher Konsistenz. Der einzige zu erhaltende Gewässerabschnitt (15 lfd. m) befindet sich hinter dem Bagger.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 24 Bild 24 (September 2018): Im südöstlichen Areal vom Bruchwald konnte zwischenzeitig ein Graben bis runter auf den anstehenden festen Untergrund ausgekoffert werden. Der organische Bodenaushub war bauphysikalisch ungeeignet und wurde stattdessen durch mineralischem Boden ersetzt.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 25 Bild 25 (September 2018): Nachdem der Bodeneinbau bis knapp über Geländeniveau (Torfschicht im Bruchwald) abgeschlossen war, wurden seitlich Stammstücke und Faschinen für die geplante Verwallung eingebaut.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 26 Bild 26 (Oktober 2018): Zwischen den insgesamt vier Stammstücken, die seitlich mit Faschinen und Pflöcken gesichert wurden, begann der Einbau von mineralischem Aushubboden zu einer Verwallung zwischen zukünftigem Bach (rechts) und Bruchwald (links).

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 27 Bild 27 November 2018): Das südöstliche Areal vom Bruchwald wird zugunsten der geplanten Bachführung mit Faschinen und Pflöcken hergerichtet. Eine direkte Verbindung zwischen Bruchwald und Schierenbeke ist nicht mehr gegeben.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 28 Bild 28 (November 2018): Blick auf das bereits modellierte Bachgerinne mit geschwungenem Verlauf. Im Querungsbereich der Straße ist inzwischen eine ansässige Tiefbaufirma mit den Einbau des neuen Stahlbetonrahmendurchlasses tätig.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 29 Bild 29 (April 2019): Zwischen Teich (links) und Bruchwald (rechts) konnte im trockenen Frühjahr der Gewässerabschnitt mit geringem Längsgefälle erfolgreich modelliert werden. Ein Probelauf bestätigte das gelungene Ergebnis von 8 cm Höhenunterscheid auf ca. 40 lfd. Fließmetern.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 30Bild 30 (März 2019): Blick in Fließrichtung auf die obere Betonrohrleitung. Im Hintergrund (links) ist der neue Gewässerabschnitt (ca. 20 lfd. m) zwischen dem Bruchwald und den beiden mächtigen Stieleichen zu erkennen. Auf der rechten Seite wurden inzwischen Wasserbausteine für die geplante Wegefurt abgekippt.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 31Bild 31 (April 2019): Die Betonrohrleitung wurde mit Ausnahme der Rohre nahe der beiden Stieleichen komplett aus dem Untergrund entnommen.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 32 Bild 32 (April 2019): Das Planum für die Wegefurt wird ausgekoffert. Der Betrachter steht auf einer bereits im Untergrund liegenden Betonrohrleitung (DN 600) im Wirtschaftsweg. Diese konnte zwecks Wasserhaltung durch den Bruchwald angebunden werden.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 33 Bild 33 (Mai 2019): Blick auf die inzwischen fertig gestellte und überströmte Furt. Im Unterwasser konnte mittlerweile ein Gerinne bis zum Gewässerabschnitt nahe der beiden Stieleichen modelliert und angeschlossen werden.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 34 Bild 34 (Mai 2019): Blick Bach abwärts auf den inzwischen angeschlossenen und durchströmten Gewässerabschnitt zwischen Bruchwald (links) und Teich (rechts).

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 35 Bild 35 (Mai 2019): Blick gegen die Fließrichtung auf die seicht strömende Schierenbeke zwischen den beiden Stillgewässern. Eine Entwässerung der beiden angrenzenden Feuchtbiotope im Kerngebiet vom NSG erfolgt nicht. Stattdessen kommt es zukünftig zu ökologisch wertvollen Schwankungen der Wasserspiegellagen je nach Abflussverhalten der Schiernebeke. Mitunter ist darauf hinzuweisen, dass bei erhöhten Abflüssen der gesamte Talraum als Retentionsraum fungiert.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 36Bild 36 (Mai 2019): Blick Bach abwärts auf die geschwungene Schierenbeke im neuen Talraum mit bereits erfolgter Anbindung an den neuen Straßendurchlass.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 37Bild 37 (Juni 2019): Blick auf das Areal im Unterwasser der 65 m langen Betonverrohrung (DN 800). Das unterste Betonrohr wurde bereits verdämmt und unter dem Rohrscheitel ein KG-Rohr (DN 100 zwischen den Pflöcken) fixiert.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 38Bild 38 (Juni 2019): Der Ausleger mit der mobilen Druckrohrleitung wird in Position gebracht, während der erste Betonmischer bereits anrollt.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 39 Bild 39 (Juni 2019): Blick in den Schacht westlich der Straße mit SW-Einleitung (KG-Rohr DN 150). Der Rohrscheitel der Gewässerrohrleitung (DN 800) ist bereits mit Füllbeton überdeckt. Folglich strömt der Beton bereits gegen das Gefälle in die beiden oberhalb anstehenden Schächte hinein.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 40Bild 40 (Juni 2019): Blick auf das sukzessive mit Boden angefüllte Areal im Unterwasser der bereits verdämmten Betonrohrleitung (KG-Rohr als Schornstein). Vorne rechts ist die Wasserhaltung nebst provisorischer Überfahrt (drei KG-Rohre) zu erkennen.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 41Bild 41 (Juni 2019): Auf der linken Seite ist der kurze, zuvor stark eingetiefte Bachabschnitt zwischen den Schwarzerlen zu erkennen. Dieser soll ja im Zuge der Bachrenaturierung erhalten bleiben. Zur Sohlanhebung wurden zwei Faschinenlagen übereinander fixiert. Diese kämmen mitgeführtes Bachsediment und Feinmaterial aus der fließenden Welle heraus und ermöglichen so eine naturnahe Gewässersohle.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 42Bild 42 (Juni 2019): Blick talwärts auf den untersten Abschnitt der modellierten Primäraue. Inzwischen konnte das Bachwasser durch den geschwungenen Gewässerlauf umgeleitet werden und das alte Bachbett wird mit Boden aus der Längsmiete verfüllt.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 43 Bild 43 (Juni 2019): Der untere Talraum ist planiert und das Bachwasser strömt zwischen den Uferbäumen (Mitte rechts im Bild) nunmehr etwa 0,40 m höher als zuvor.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 44 Bild 44 (Juni 2019): Blick gegen die Fließrichtung auf die merklich angehobene Bachsohle zwischen den Schwarzerlen. Zurzeit wird das neue Bachbett im Bereich vom Unterwasser der inzwischen verdämmten Betonrohrleitung modelliert.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 45Bild 45 (Juni 2019): Der Lückenschluss in der neuen Linienführung der Schierenbeke ist vollendet und das Bachwasser strömt durch den zuletzt angeschlossenen Abschnitt talwärts.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 46Bild 46 (Juni 2019): Blick vom neuen Straßendurchlass auf den zuletzt fertiggestellten Bachabschnitt.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 47Bild 47 (Juli 2019): Blick von der Straße „Tannenhöhe“ auf den neu gestalteten Talkorridor der Schierenbeke ohne jegliche Fremdkörper und etwaigen Schadstoffen im Auenkorridor.

Schierenbeke Tannenhöhe Bachoffenlegung 48Bild 48 (Februar 2020): Blick von der Furt aus auf den neuen, oberirdischen Bachlauf und den angrenzenden Bruchwald. An dieser Stelle liegt der Wasserstand vom ökologisch wertvollen Feuchtwald etwa 25 cm höher als der von der Schierenbeke (Vergleich zu Bild 1 etwa 60 m Bach abwärts mit identischen Wasserständen).

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