Biologische Fachbegriffe
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| Begriff | Definition |
|---|---|
| Bachforelle |
= Salmo trutta f. fario (L.) Das Vorkommen der Bachforelle indiziert ein ökologisch intaktes Fließgewässer. Die Bachforelle ist eine anspruchsvolle Art der schnell und turbulent fließenden, klaren, kühlen und sauerstoffreichen Oberläufe der Fließgewässer. Die Tiere sind auf natürliche Strukturen in den Gewässern (z.B. unterspülte Uferbereiche, Kolke, unterspülte Baumwurzeln, flache Gewässerstrecken mit überhängenden Uferpflanzen, flach überströmte Kies- und Sandbänke) angewiesen. Die Bachforelle sucht zur Fortpflanzung kleinste Nebenbäche auf, deshalb muss das Gewässersystem in linearer Richtung durchgängig sein. In NRW zählt die Art zu den gefährdeten Fischarten (vgl.: KLINGER, SCHMIDT UND STEINBERG: ROTE LISTE DER GEFÄHRDETEN FISCHE UND RUNDMÄULER IN NORDRHEIN-WESTFALEN. IN LÖBF 1999: ROTE LISTE DER GEFÄHRDETEN PFLANZEN UND TIERE IN NRW). Die Ursachen liegen zum einen in der Versauerung und Verschmutzung der Bäche. Zum anderen stellen die heute häufig naturfern ausgebauten Fließgewässer keinen dauerhaften Lebensraum für Bachforelle dar. (vgl. MINISTERIUM FÜR UMWELT, RAUMORDNUNG UND LANDWIRTSCHAFT DES LANDES NORDRHEIN-WESTFALEN, 1992: Fische unserer Bäche und Flüsse; Verbreitung, Gefährdung und Schutz) |
| Bachneunauge |
= Lampetra planeri (Bloch)Bachneunaugen zählen nicht zu den echten Fischen sondern zu den sog. Rundmäulern. Sie kommen wie die Bachforelle in den sauerstoffreichen kühlen Oberläufen der Fließgewässer vor. Auch sie sind auf natürliche Gewässerstrukturen (z.B. Schlick- und Kiesbänke zur Eiablage) angewiesen.Ursprünglich war die Art in fast allen kleineren Bächen Westfalens verbreitet. Heute gilt sie in NRW als gefährdet. (vgl.: KLINGER, SCHMIDT UND STEINBERG: ROTE LISTE DER GEFÄHRDETEN FISCHE UND RUNDMÄULER IN NORDRHEIN-WESTFALEN. IN LÖBF 1999: Rote Liste der gefährdeten Pflanzen und Tiere in NRW) |
| Biotopverbund |
Biotop heißt Lebensraum (einer Artengemeinschaft). Biotopverbund meint die räumliche und funktionale Vernetzung von mehreren Lebensräumen oder auch Teillebensräumen (einer Art), so dass die dazwischen liegende Fläche überwindbar ist. |
| Blänke |
Bodensenke, in der je nach Grundwasserstand zeitweise Wasser steht (z.B. bei hochanstehendem Grundwasser im Winterhalbjahr oder nach starken Regenfällen auch im Sommerhalbjahr) |
| Bongossi |
Bongossi, bzw. Bongosi (Azobe) ist ein tropisches Laubholz. Hauptvorkommen in Kamerun und der Elfenbeinküste. Höhe bis 40 Meter, Durchmesser bis 2 Meter. Tief rotbraunes, sehr schweres, stark schwindendes, hartes und witterungsfestes Konstruktionsholz für Land-, Wasser und Fahrzeugbau, Treppenstufen und Werkzeuggriffe. Das Holz lässt sich schwer bearbeiten (Nageln ohne Vorbohren ist nicht möglich) und es riecht unangenehm. Die Resistenz gegen Insekten und Pilze ist sehr hoch. Kenngrößen: |
| Buhne |
Bei einer Buhne handelt es sich um ein Bauwerk aus Holz, Stein oder Flechtwerk, das quer in das Gewässer eingebracht wird, jedoch nicht über die gesamte Gewässerbreite reicht. Durch die Einengung des Querschnitts kommt es zu erhöhten Schubspannungen, so dass es im unverbauten Profilbereich zu einer Sohleintiefung kommt. (vgl.: PATT, JÜRGING, KRAUS, 1998: Naturnaher Wasserbau, Entwicklung und Gestaltung von Fließgewässern). Im naturnahen Wasserbau werden Buhnen zur Strömungslenkung eingesetzt: Durch die Lenkung des Stromstriches auf das Ufer können z.B. die Seitenerosion und somit eine eigendynamische Gewässerentwicklung initiiert werden. |
| Buschfaschine, Lebendfaschine, Totholzfa |
Buschfaschinen werden aus Ästen und Ruten zu Reisigbündeln zusammengebunden. Sie werden im naturnahen Wasserbau zur vorübergehenen Böschungsfußsicherung verwendet. Die Faschinen werden bevorzugt mit Erlen hinterpflanzt, die, bis die Faschinen verrottet sind, ihr tiefgehendes Wurzelwerk ausgebildet haben und so die Böschung dauerhaft auf natürliche Art sichern. (vgl.: PATT, JÜRGING, KRAUS, 1998: Naturnaher Wasserbau) Lebendfaschinen werden aus ausschlagfähigen Weidenruten hergestellt. Totholzfaschinen werden aus Ästen nicht ausschlagfähiger Gehölze wie Erle oder Birke hergestellt. |
| Diasporenreservoir |
Vorrat an keimfähigen Samen im Boden |
| Drahtschottergabione |
Die recht massive Methode der Ufersicherung mit Drahtschottergabionen wird gewählt, wenn die Platzverhältnisse sehr beengt sind, z.B. weil die Bebauung bis dicht an einen Bachlauf heranreicht. Entlang der zu sichernden Uferlinie werden Drahtkörbe aufgebaut und mit Wasserbausteinen befüllt. |
| Düker |
Unterführung eines Rohres unter einer Straße, einem Tunnel, einem Fluss, einem Bach. |
| Eigendynamische Entwicklung |
nter der eigendynamischen Entwicklung z.B. eines Fließgewässers wird seine stetige Veränderung durch das Gewässer selbst verstanden: Durch die Kraft des strömenden Wassers kommt es z.B. zu einer ständigen Umlagerung der Sohlsubstrate. Durch Uferabbrüche und Anlandungen kann es zu einer kompletten Veränderung des Gewässerverlaufes kommen. Auch die angrenzenden Auebereiche erfahren durch den regelmäßigen Wechsel von Überschwemmung und Trockenfallen eine ständige Veränderung. Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten haben sich dieser Dynamik angepasst. Im Zuge der immer intensiveren Nutzung unserer Landschaft wurde die eigendynamische Entwicklung der Fließgewässer mehr und mehr unterbunden. Heute ist man bemüht, z.B. durch die Initiierung dynamischer Prozesse, die Ausweisung nutzungsfreier Gewässerrandstreifen, die Reaktivierung von Überschwemmungsflächen eine eigendynamische Entwicklung unserer Fließgewässer zumindest in beschränktem Umfange wieder zuzulassen. |
| Einzugsgebiet |
Als Einzugsgebiet eines Fließgewässers wird das Gebiet verstanden, welches sein Oberflächenwasser in das betreffende Fließgewässer abführt. |
| Elritze |
= Phoxinus phoxinus (L.) Die Elritze ist ein kleiner Schwarmfisch, der sich bevorzugt in den kühlen und sauerstoffreichen Oberläufen der Bäche aufhält. Die Eier werden auf flachen, kiesigen , gut durchströmten Gewässerabschnitten abgelegt. Bei ihrer Wanderung zu den Laichgründen scheitert die Art schon an Sohlabstürzen von ca. 20cm. Die Elritze gilt in NRW als gefährdet. (vgl.: KLINGER, SCHMIDT UND STEINBERG: ROTE LISTE DER GEFÄHRDETEN FISCHE UND RUNDMÄULER IN NORDRHEIN-WESTFALEN. IN LÖBF 1999: Rote Liste der gefährdeten Pflanzen und Tiere in NRW) |
| Entwicklungsziel |
Das Entwicklungsziel ist die in einem überschaubaren Zeitraum aus gewässerökologischer Sicht maximal erreichbare Annäherung an den natürlichen Zustand des Fließgewässers unter Berücksichtigung der sozio-ökonomischen Bedingungen. Damit ist es ein realistisches Planungsziel unter Abwägung der gesellschaftspolitischen Randbedingungen (Definition der Länder-arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA), nach: MUNLV NRW, 2003, S.4). |
| Ephemere Bäche |
Der ephemere Bach führt nur nach starken Regenfällen oder während der Schneeschmelze Wasser. Ein Großteil des Gebietsabflusses erfolgt unterirdisch im Karstgrundwasserleiter (vgl.: LANDESUMWELTAMT NORDRHEIN-WESTFALEN, 1999, S.59) |
